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Tipps für den Notfall

WICHTIG!

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt einen individuellen Notfallplan erstellen. Dieser kann von dem unten aufgeführten Notfallplan abweichen. Befolgen Sie in jedem Fall die Anweisungen Ihres behandelnden Arztes!

Notfallplan „Leichter bis mittelschwerer Anfall“ beim Erwachsenen:

Beispiel nach Empfehlung der Deutschen Atemwegsliga, der individuelle Notfallplan kann hiervon abweichen.

Ein leichter bis mittelschwerer Anfall liegt vor, wenn:

  • normal gesprochen werden kann,
  • der Peak-Flow-Wert über 50% des persönlichen Bestwertes liegt,
  • die Atemfrequenz nicht höher als 25 Züge pro Minute ist,
  • der Puls unter 110 Schlägen pro Minute bleibt.
  1. Messen Sie Ihren Peak-Flow-Wert, um den Grad der Atemwegseinengung festzustellen.

  2. Inhalieren Sie 2-4 Hübe eines kurzwirksamen Beta2-Sympathomimetikums (Notfall-Spray). Warten Sie 5-10 Minuten. Versuchen Sie dabei ruhig zu atmen. Setzen Sie die dosierte Lippenbremse und atemerleichternde Körperstellungen (z.B. Kutschersitz) ein. Reißen Sie nicht das Fenster auf, um vermeintlich frische Luft zu bekommen. Der Kältereiz kann den Anfall verstärken.
  3. Messen Sie noch einmal den Peak-Flow-Wert. Wenn der Peak-Flow-Wert wieder in der Nähe Ihres persönlichen Bestwertes ist, handelt sich nur um einen leichten Anfall.
  4. Keine Besserung: Inhalieren Sie noch einmal 2 Hübe des kurzwirksamen Beta2-Sympathomimetikums (Notfall-Spray). Zusätzlich: 25-50 mg Kortison-Tabletten.
  5. Warten Sie 5-10 Minuten. Besserung: der Anfall wurde beherrscht.
  6. Wenn keine Besserung auftritt, rufen Sie sofort den Notarzt (Telefon: 112 oder 19222), denn der Anfall kann lebensbedrohlich sein

Notfallplan „Schwerer bis lebensbedrohlicher Anfall“:

Beispiel nach Empfehlung der Deutschen Atemwegsliga, der individuelle Notfallplan kann hiervon abweichen.

Ein schwerer bis lebensbedrohlicher Anfall liegt vor, wenn:

  • nicht mehr normal gesprochen werden kann,
  • der Peak-Flow-Wert unter 50% des persönlichen Bestwertes liegt,
  • die Atemfrequenz höher als 25 Züge pro Minute ist,
  • der Puls über 110 Schlägen pro Minute ist.
  1. (Peak-Flow messen - falls möglich!)
    Sofort 2-4 Hübe des kurzwirksamen Beta2-Sympathomimetikums (Notfall-Spray) inhalieren
  2. Dosierte Lippenbremse einsetzen, Kutschersitz oder Fersen-Ellenbogensitz.
  3. Keine Besserung nach wenigen Minuten: schwerer Anfall.
    Nochmals 2-4 Hübe des kurzwirksamen Beta2-Sympathomimetikums (Notfall-Spray) inhalieren.
    Zusätzlich: 50-100 mg Kortison-Tabletten und 2-4 Hübe Ipratropium.
  4. Keine Besserung: schwerer evtl. lebensbedrohlicher Anfall!
    Notarzt rufen (Telefon 112 oder 19222).

Ihr Hausarzt kann Ihnen folgendes „Notfallpaket“ zusammenstellen:

  • kurzwirksames Beta2-Sympathomimetikum-Spray (Notfall-Spray)
  • mehrere Kortison-Tabletten mit 40 oder 50 mg Kortison

Zusätzliche Linderung bei akuter Luftnot verschaffen die sogenannten atemerleichternden Körperstellungen, weil sie den Brustkorb entlasten, die Bauchatmung fördern und die Atemhilfsmuskulatur aktivieren. Das geschieht bei den atemerleichternden Positionen, wie z.B. dem Kutschsitz:

  • Hinsetzen.
  • Das Abstützen der Hände auf den Oberschenkeln entlastet den Brustkorb.
  • Durch das leichte Öffnen der Beine bekommt der Bauch nach unten Platz zum Atmen.
  • Die nach vorne gebeugte Körperhaltung erleichtert die Rippenbewegung bei der Einatmung.

Auch spezielle Atemtechniken wie die Lippenbremse verschaffen bei akuter Luftnot Erleichterung. Die Lippenbremse ist eine Atemtechnik, bei der die Ausatmung bewusst durch die locker aufeinanderliegenden Lippen erfolgt. Durch diesen körpereigenen Widerstand entsteht ein leichter Überdruck, der verhindert, dass die Bronchien bei angestrengter Ausatmung zusammenfallen. So strömt die Luft zwar langsam, aber leichter als zuvor aus.

Atemerleichternde Positionen:

kutschersitz

Kutschersitz
       
Schülersitz
Schülersitz
Torwartstellung
Torwartstellung
Wandstellung
Wandstellung
Paschasitz
Paschasitz
Lippenbremse
Lippenbremse

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