Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen können nicht vollständig geheilt werden, diese Erkrankungen bestehen ein Leben lang. Die geschädigten Bronchien und Alveolen können nicht repariert werden, die Schädigungen sind nicht umkehrbar. COPD-Symptome verschwinden nie vollständig. Eine Besserung ist vom Ausmaß der Lungenschädigung abhängig.
Es existieren jedoch therapieunterstützende Maßnahmen, die der Patient aktiv verrichten kann, aber auch medizinische Präparate und technische Mittel, um chronische Atemwegserkrankungen zu therapieren.
Betroffene müssen lernen, die Kraft der Lungen effizienter einzusetzen. In Lernprogrammen zur Lungenrehabilitation wird Patienten z.B. die Funktion der Lunge vermittelt und erklärt wie sie beim Verrichten körperlicher Arbeit ihre Atmung beherrschen. Desweiteren werden auch Übungen angeboten, bei denen aktiv Arme und Beine gekräftigt werden.
Es gibt zwei Atemtechniken, die den Patienten bei der Atmung unterstützen: die Lippenbremse und die Zwerchfellatmung. Bei der Lippenbremse wird durch eine spezielle Formung der Lippen letztendlich länger aus- als eingeatmet. Bei der Zwerchfellatmung wird die Bauchmuskulatur bei der Einatmung angespannt und bei der Ausatmung entspannt.
Kontrolliertes Husten stellt eine spezielle Hustentechnik dar, die das Abhusten des Sputums erleichtern soll.
Auch die Ernährung kann eine wichtige Rolle in der Therapie von chronischen Atemwegserkrankungen spielen. Übergewicht strengt den Körper zusätzlich an. Er benötigt mehr Sauerstoff, die Atemnot nimmt zu. Untergewicht fördert indes die Infektanfälligkeit. Ausreichendes Trinken gewährleistet, dass der Schleim eine dünnflüssige Konsistenz erhält und so leichter abgehustet werden kann.
Die wichtigste Behandlungs- und Therapiemethode bei Rauchern besteht darin, das Rauchen aufzugeben. Es können zusätzlich Medikamente verabreicht werden, die die Atemwege erweitern (Bronchodilatoren), die Schwellung der Atemwege reduzieren (Antiphlogistika) oder eine Infektion bekämpfen (Antibiotika).
Bei einer schwerwiegenden COPD kann die Lunge dem lebenswichtigen Gasaustausch nicht mehr adäquat nachkommen und funktioniert nur stark eingeschränkt. Ein dadurch niedriger Sauerstoff- und ein hoher Kohlendioxidgehalt im Blut können gefährliche Folgen für den Körper mit sich bringen. Über eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie kann die Lebensqualität der Patienten erheblich verbessert werden, da sie eine stabile Sauerstoffversorgung sichert.
Medikamente sollen die Atemwege des Körpers stabilisieren und die Schwellungen reduzieren. Damit diese Mittel effektiv wirken können und eine COPD somit kontrolliert werden kann, müssen die Präparate täglich eingenommen werden, meist ein Leben lang.
Die zur COPD-Behandlung eingesetzten Präparate unterteilen sich in Bronchodilatoren, Steroide, Antibiotika und Mukolytika. Sie erleichtern das Atmen durch Atemwegserweiterung. Dabei unterscheidet sich jeweils der der Atemwegserweiterung zugrunde liegende Mechanismus:
Bronchodilatoren bedingen die Entspannung der Bronchialmuskulatur, so dass dadurch die Atemwege expandieren und die Luft die Lungen leichter durchströmen kann. Bronchodilatoren werden nach ihrer Wirkungsdauer (lang- oder kurzwirkende Stoffe) und nach ihrer Wirkungsweise (Anticholinergika, Theophylline, Beta-Sympathomimetika) differenziert. Um eine möglichst maximale Wirkung zu erzielen, können Bronchodilatoren auch untereinander kombiniert und in der COPD-Therapie eingesetzt werden. Die ständige Kontrolle der Atmung steht hierbei im Vordergrund; somit unterscheiden sich Bronchodilatoren als Dauermedikamente von sogenannten Bedarfsmedikamenten, die nur bei vorübergehender Atemnot eingenommen werden.
Kortikosteroide sind Mittel, die überwiegend zur Reduktion der Entzündung und Abschwellung der Atemwege eingesetzt werden und sind zu den Antiphlogistika zu zählen.
Antibiotika werden zur Bekämpfung von bakterienverursachten Infektionen eingesetzt. Atemwegsinfektionen gehören zu den sogenannten Exazerbationen (Verschlechterungen) einer COPD. Zeichen einer Infektion sind verstärkte Schleim- oder Phlegmaproduktion, Atemnot und Husten. Vorher klarer Schleim kann nun gelb, grün oder braun verfärbt sein.
Die durch Schleim blockierten Atemwege können durch Mukolytika befreit werden. Diese lockern das Sputum und entfernen es aus den Atemwegen.
Damit die zur Behandlung von COPD eingesetzten Medikamente an ihren Wirkort der Lunge gelangen, können die Medikamente als feine Wirkstoffwolken entweder über Pulverinhalatoren oder Dosieraerosole eingeatmet werden.
Es existieren zudem mechanische Methoden zur Schleimlösung, wie z.B. ein oszillierendes Schlauchventilsystem, bei dem sich die bei der Ausatmung entstehenden Druck- und Flussschwankungen durch das Mundstück auf die Bronchien übertragen und dort das Kollabieren der Atemwege verhindern (Cornet, Flutter).