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Familie und Umfeld

Asthma in der Schule

Mittlerweile leidet jedes 10. Kind in Deutschland an Asthma bronchiale, es ist bei Kindern die häufigste chronische Erkrankung. Für Lehrer und Erzieher ist es also sehr wahrscheinlich, dass in ihrer Klasse asthmakranke Kinder sitzen. Zusätzlich zu ihren pädagogischen Kenntnissen sollten Lehrer auch Kenntnisse über die Besonderheiten von Asthma und den stetig zunehmenden Allergien besitzen, um im Notfall richtig reagieren bzw. um allergieauslösende Stoffe im Unterricht weitgehend vermeiden zu können.

Folgende Tipps sollen Eltern, Lehrern und Erziehern Sicherheit im Umgang mit ihren asthmakranken Kindern und Schützlingen geben.

Wodurch werden Asthmaanfälle ausgelöst?

Asthmaanfälle können durch Kontakte mit Allergenen wie z.B. Tierhaare, Schimmelpilze, Pflanzenpollen und Hausstaubmilbenkot ausgelöst werden. Auch Lebensmittel, auf die das betroffene Kind allergisch reagiert, kommen als Auslöser in Frage.
Desweiteren können Asthmaanfälle durch eine Atemwegsinfektion oder durch plötzliche körperliche Anstrengung (Anstrengungsasthma) oder durch psychische Belastung ausgelöst werden. Auch ein Klimawechsel, kalte Luft und inhalative Stoffe wie (Farb-)Sprays und (Zigaretten-)Rauch sind als Auslöser bekannt.

Vorsicht beim Umgang mit Unterrichtsmaterialien ist also z.B. im Kunst-, Werk- und Bastelunterricht oder im Chemie- und Biologieunterricht geboten, wo es zum Kontakt mit den o. g. asthmaauslösenden Stoffen kommen kann. Tiere und Pflanzen sollten aus Klassenräumen ferngehalten werden. Am besten setzen sich Eltern und Lehrer miteinander in Verbindung und klären, auf welche Stoffe das Kind allergisch reagiert.

Wie verhält man sich bei einem Asthamanfall?

Ein akuter Asthmaanfall macht sich durch eine schnelle, angestrengte Atmung, eine hohe Herzschlagfrequenz und Pfeifen und Giemen der Lunge bemerkbar. Durch die verengten Bronchien und die dadurch ausgelöste Kurzatmigkeit ist der Betroffene kaum in der Lage zu sprechen oder sich zu bewegen. Lippen und Fingernägel können eine Blaufärbung annehmen.

Wichtig ist, dass Sie als Eltern und Lehrer Ruhe bewahren. Wirken Sie beruhigend auf das Kind ein, das akut unter Stress steht und große Angst hat. Das Kind sollte jetzt ganz ruhig und gleichmäßig ein- und ausatmen. Führen Sie zusammen mit dem Kind die Atemtechnik der so genannten „Lippenbremse“ durch. Atmen Sie mit dem Kind zusammen durch die Nase ein und anschließend langsam durch die zusammengepressten Lippen wieder aus. Durch diese Maßnahme werden der Atemstrom verlangsamt und die Atemwege erweitert. Beim nächsten Einatmen kann so mehr Atemluft in die Atemwege aufgenommen werden. Am besten machen Sie dem Kind die Übung vor. Verabreichen Sie das vom Arzt verordnete bronchienerweiternde Notfallmedikament und rufen Sie einen Arzt.

Üben Sie mit dem Kind vorab das richtige Verhalten während eines Asthmaanfalls und vergewissern Sie sich, wo das Kind sein Notfallmedikament aufbewahrt.

Schulsport

Gezieltes körperliches Training - es ist hier nicht von Überlastung die Rede - hat bei asthmakranken Kindern einen großen Nutzen. Beim Kind ist eine gesunde körperliche Belastung für die normale körperliche und seelische Entwicklung unverzichtbar. Vermeiden Kinder Anstrengung zu sehr, können sie sogar in einen Teufelskreis geraten, in dem ihre Belastbarkeit immer weiter abnimmt. Umgekehrt kann die Anfalls-Schwelle bei Belastungsasthma durch dosierte Belastung nach und nach heraufgesetzt werden.

Für die soziale Entwicklung des Kindes ist es wichtig, dass es zusammen mit seinen gesunden Mitschülern und Freunden am Schulsport teilnimmt. Dies ist kein Problem, wenn Sie folgendes beachten:


Mit dem Schulsport sollte für kurze Zeit aufgehört werden,

Beim Schulsport bzw. bei jeglicher sportlicher Ausübung sollte beim Asthmatiker die körperliche Belastung in Intervallen erfolgen, damit sich die Atmung zwischen den Intervallen beruhigen kann. Eine Hyperventilation soll somit vermieden werden.

Sorgen Sie für eine ausreichende Aufwärmphase. Eine plötzlich eintretende körperliche Belastung „von 0 auf 100“ kann einen Asthmaanfall auslösen.

Ausdauersportarten, wie Laufen, Radfahren und Schwimmen, sind für Asthmatiker geeignet, aber auch gemäßigtes Krafttraining, welches die Atemmuskulatur kräftigt.

Zu bedenken ist, dass ein asthmakranker Schüler gegenüber seinen Mitschülern aufgrund seines Asthmas oft einen niedrigeren Trainingslevel hat, was bei der Leistungsbewertung bedacht werden sollte.

Lehrer und Angehörige erhalten weiterführende Informationen bei der Deutschen Atemwegsliga www.atemwegsliga.de, die in Kooperation mit dem :Amt für Lehrerbildung (Hessen), der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e. V. (AGAS), der Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland e. V., dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschland e. V. (BVKJ), dem Bundesverband der Pneumologen e. V. , dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB), der Gesellschaft Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V. (GPA) und der Gesellschaft Pädiatrische Pneumologie e. V. (GPP) die Initiative „Gleiche Chancen!? Asthma in der Schule“ ins Leben gerufen hat. Dies erfolgte, um „bestehende Nachteile für die betroffenen Kinder und Jugendlichen zu verringern, diese Nachteile auszugleichen und zusammen mit den Schulen eine Basis für eine Chancengleichheit dieser Schüler zu schaffen, so dass die Schüler trotz der chronischen Erkrankung den ihnen gemäßen Schulabschluss erreichen können, um gleichberechtigt am sozialen Leben in Schule und Freizeit teilhaben zu können und eine Perspektive ohne gesundheitliches Handikap zu haben.“

 


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