Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das in der Nebenniere produziert wird. Die Nebenniere produziert ca. 30 mg Kortison pro Tag. Die Produktion ist morgens am höchsten. Daher erfolgt die Medikamenteneinnahme, dem Körper angepasst, ebenfalls morgens.
Kortison ist die stärkste entzündungshemmende Substanz und ein wichtiges
Asthmamedikament! Dieser sogenannte „Controller“ lindert die
Entzündung der Atemwege dauerhaft und sollte daher unbedingt regelmäßig
eingenommen werden.
Bei dauerhaftem leichten bis schweren Asthma wird Kortison inhaliert, bei
Verschlechterung der Lungenfunktion, schwerem Asthma oder Atemwegsinfekten
wird Kortison zusätzlich als Tablette eingenommen.
Kortison reguliert Fett-, Eiweiß- und Mineralstoffwechsel. Es hilft mit besonderen Belastungen und Stress fertig zu werden als „Stresshormon“, z. B. bei Unfällen, medizinischen Eingriffen, Krankheiten, psychischen Belastungen und Sport. Kortison wirkt stark entzündungshemmend: es beseitigt Rötung, Schwellung und Schmerz. Es hemmt außerdem die körpereigenen Abwehrzellen und wird deshalb bei Allergien und Organtransplantationen eingesetzt.
Häufige Anwendungsgebiete sind Asthma, Hauterkrankungen, Gelenkrheumatismus und Multiple Sklerose.
Viele Asthmatiker haben Angst vor Kortison-Nebenwirkungen und lassen Inhalationen aus dem Kortison-Inhalator ganz oder teilweise weg. Dies schadet viel mehr, als es nutzt. Wird inhalatives Kortison im empfohlenen Dosisbereich anwendet, gelangt es nach der Inhalation in der Regel nur in geringen Mengen in die Blutbahn. Allerdings kann ab einem bestimmten Schweregrad der Erkrankung auch bei den Jüngsten der Einsatz von Kortisontabletten notwendig werden. Kortison ist daher auch in niedriger Dosis für Kinder zugelassen.
Im Sinne einer möglichst geringen Substanzbelastung wird der Arzt immer die niedrigste wirksame Dosis anstreben. Außerdem sollte nach der Inhalation der Mund mit Wasser gespült oder gegurgelt werden. Essen oder trinken bietet sich ebenfalls an. Nicht inhaliertes Kortison wird dadurch von der Mund- und Rachenschleimhaut entfernt, denn dort wird es nicht gebraucht.
Bei keinem Medikament, auch nicht bei Kortison, kann der Behandlungserfolg
durch einfache Dosiserhöhung beliebig gesteigert werden. Vielen Patienten hilft
es mehr, wenn das Kortison mit einem anderen Medikament kombiniert wird.
Lang wirksame Beta2-Sympathomimetika sind dazu nach Ansicht der Lungenfachärzte
besonders gut geeignet, weil sie das Kortison optimal ergänzen. Das Kortison
kontrolliert die Entzündung und das lang wirksame Beta2-Sympathomimetikum hilft,
die Lungenfunktion über viele Stunden in einem günstigen Bereich zu halten.
Schlägt diese Behandlung an, können viele Anfälle verhindert werden, ohne dass
die Kortisondosis gesteigert werden muss.
| Wirkungsart | Antientzündlich Basistherapie |
| Wirkungseintritt | Verzögert; nur bei regelmäßiger Anwendung können Anfälle verhindert werden. Der volle Schutz ist erst nach ca. 2 Wochen erreicht. |
| Notfall | Nicht im Notfall! |
| Dosierung | Regelmäßig und vorbeugend |