Angeforderte Seite ist leben_mit_asthma/prominent

Leben mit Asthma

Prominente Asthmapatienten

In früheren Zeiten wurden allerlei „Hausmittelchen“ angewendet, um Asthma und seine Begleiterscheinungen wie Husten und Atemnot zu lindern. Noch vor rund 100 Jahren verbrauchte der französische Dichter Marcel Proust Tabak und Marihuana sowie große Mengen an Kaffee und Schlafmittel, um vergeblich seine Atemnot zu bekämpfen. Letztendlich verbrachte der Dichter aufgrund seiner Erkrankung die letzten 12 Jahre seines Lebens im Bett, dort entstand sein Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“.

Dass ein völlig uneingeschränktes Leben trotz Asthmas möglich ist, zeigen prominente Betroffene wie die erfolgreiche deutsche Spitzenschwimmerin Sandra Völker. Sie leidet unter Belastungs-Asthma und feierte trotzdem 11 Weltrekordtitel sowie 65 internationale Medaillen. Dank ihrer individuell eingestellten Dauertherapie kann sie ein ganz normales Leben führen. Sie nutzte ihre eigenen Erfahrungen, um anderen zu helfen, und gründete die „Sandra Völker-Stiftung für asthma- und allergiekranke Kinder“.

Doch gerade bei Sportlern löst die Diagnose Asthma nicht nur Befürchtungen bezüglich einer möglichen sportlichen Einschränkung aus, sondern ebenfalls Angst vor Dopingvorwürfen. So erging es auch dem fünffachen deutschen Meister im Skilanglauf, Peter Schlickenrieder. Exakte Diagnosen, die das Asthma bestätigen, sind im Wintersport notwendig. Heute sorgen Verbandsärzte für eine bessere Diagnostik und Therapie der Sportler.

Doch die Erkrankung hat auch eine gute Seite: Erfolge werden stärker geschätzt, der eigene Stolz über Erfolge - trotz der Erkrankung - ist ein anderer. Claudia Pechstein holte auch als Asthmapatientin 5 olympische Goldmedaillen im Eisschnelllauf. Die australische Sprinterin Cathy Freemann dachte nie daran, ihre Sport-Karriere aufzugeben. Für sie gibt es keinen Grund auf persönliche Ziele zu verzichten.

Gerade ältere Prominente wie Lieselotte Pulver berichten von sozialen und beruflichen Handikaps, die sie überwiegend aus Unwissenheit gegenüber der Krankheit Asthma zu früheren Zeiten erfahren musste. Ihr Asthma wurde 1954 während der Dreharbeiten zum Film „Der letzte Sommer“ festgestellt. Die Erkrankung wurde nicht ernst genommen und Lieselotte Pulver als Simulantin dargestellt, die sich einen drehfreien Tag ertrotzen wollte. Aufgrund ihrer allergischen Reaktionen im Sommer musste sie viele Filmangebote mit Außenszenen zur Hauptallergiezeit absagen, da das Wissen um therapeutische Mittel zu jener Zeit beschränkt war.

Andere Schauspieler wie Dominic Raacke sehen in ihrer Erkrankung den Grund für das Ergreifen des späteren Berufs. Als Jugendlicher blieb er aufgrund seiner körperlichen Einschränkung dem Schulsport fern, verhielt sich introvertiert und entdeckte das Kino für sich. Zusammen mit anderen Jugendlichen drehte er Super-8-Filme, seine Leidenschaft für den Film war geweckt.

Der berühmte Regisseur Martin Scorsese war als asthmatisches Kind ans Bett gefesselt, In dieser Zeit entstanden seine erste Skripte und Storyboards.

Auch prominente Sänger wie Alice Cooper, Keith Richards, Billy Joel, Pink oder die deutsche Schlagersängerin Kristina Bach, bei denen man gerade wegen einer möglicher Atemnot Einschränkungen in der Berufsausübung vermuten könnte, berichten von positiven Konsequenzen ihrer Erkrankung. Kristina Bach trainierte unbewusst ihre Atmung, was ihr –nach Angaben ihres Lungenarztes - das Leben gerettet hat. Durch tägliche Medikamente und Atemübungen ist auch ihr ein völlig normales und vollkommen uneingeschränktes Leben möglich.

 


0.00120902061462 sek