
Auch bei der Wahl des Urlaubsziels gelten für Asthmatiker besondere Regeln, was der Urlaubsfreude jedoch keinen Abbruch tun muss. Wie auch im Alltag sollten Sie bei der Urlaubsplanung auf die Vermeidung von Allergenen achten. Fahren Sie deshalb nicht unbedingt während der „Pollensaison“, also während der Frühlingszeit, in den Urlaub, wenn Sie sich dort viel im Freien aufhalten möchten.
Gut geeignet sind besonders zu dieser Zeit Ziele an Küstengebieten und Inseln, die in der Regel pollenarm sind, besonders wenn der Wind nicht vom Land, sondern aus Meerrichtung weht. Die Seeluft stärkt außerdem Immunsystem und Atemfunktion. Mittelmeergebiete sind durch das warme, gemäßigte Klima gut für Asthmatiker geeignet.
Auch das Hochgebirge bietet Asthmatikern ein gutes Reiseklima. Ab einer Höhe von 1500 m kommen Hausstaubmilben praktisch nicht mehr vor. Auch viele allergieauslösende Pflanzen fühlen sich in der Höhe nicht wohl. Die hier wachsenden Gräser lösen in der Regel keine Beschwerden aus. Allergiker können also aufatmen!
Ein Urlaub auf dem Bauernhof ist dagegen für Asthmatiker nicht vorteilhaft. Hier kommen Sie täglich mit Tierallergenen, Pollen und evtl. Schimmelpilzen in Berührung.
Fernreisen werden in der heutigen Zeit zu den unterschiedlichsten Destinationen angeboten. Der beim Ausstieg aus dem klimatisierten Flugzeug abrupte Klimawechsel kann sich jedoch negativ auf Ihr Asthma auswirken. Bedenken Sie außerdem, dass Sie außerhalb von Europa, z.B. in Asien, auf Städte mit einer enorm hohen Luftverschmutzung und Smog treffen können.
Am besten beraten Sie sich vor einer geplanten Reise mit Ihrem behandelnden
Arzt über Ihre Flugtauglichkeit und lassen Sie ggf. eine
Lungenfunktionsprüfung und eine Blutgasanalyse durchführen, um das mögliche
Risiko für eine Sauerstoffunterversorgung während des Flugs zu prüfen.
Der Kabineninnendruck in Flugzeugen ist aufgrund der Höhe etwa um 25%
vermindert. Bei einem gesunden Menschen erfolgt der Druckausgleich
automatisch durch schnellere und tiefere Atemzüge. Ein Asthmatiker kann
unter Umständen den niedrigeren Sauerstoffdruck nicht ausgleichen. Als Folge
sinken sowohl der Sauerstoffdruck im Blut als auch die Sauerstoffsättigung
des Blutes. Zusätzlich wird die Luft im Flugzeug durch Klimaanlagen erwärmt
und somit die Luftfeuchtigkeit gemindert.
Seit dem 06.11.2006 gelten die von der EU erlassenen neuen
Sicherheitsvorschriften. Flüssigkeiten (z.B. Aerosole) dürfen nur
eingeschränkt mitgenommen werden. Alle Behältnisse bis max. 100 ml
Fassungsvermögen müssen in einem transparenten, wiederverschließbaren
1-l-Beutel verpackt sein (1 Beutel pro Fluggast, Beutel muss vollständig
geschlossen sein).
Als Flüssigkeiten gelten: Parfums, Schäume, Deodorants, Gels, Sprays,
Shampoos, Lotionen, Cremes, Pasten, Öle, Mascara, Getränke, Suppen, Sirupe
etc.
Medikamente und Spezialnahrung, die während des Fluges an Bord benötigt
werden, können außerhalb des Plastikbeutels transportiert werden. Diese
Artikel müssen ebenfalls an der Sicherheitskontrolle vorgelegt werden.
Führen Sie Ihre Medikamente wenn möglich im Handgepäck mit. Durch die aktuellen erhöhten Sicherheitsbestimmungen kann es jedoch bei der Abfertigung durch das Flugsicherheitspersonal zu Problemen kommen. Da es keine weltweit gültige Verordnung über erlaubte und nicht erlaubte Medikationen gibt, informieren Sie sich am besten vor der Abreise am jeweiligen Flughafen nach der aktuellen Handhabung. Hilfreich kann auch ein mitgeführtes ärztliches Attest sein. Sie können sich hier* ein entsprechendes Formular herunterladen und von Ihrem behandelnden Arzt unterschreiben lassen.
* Download pdf-Datei: ärztliche Bestätigung für Flugreisen
Ihre verordneten Medikamente erhalten Sie an Ihrem Urlaubsort in der Regel nicht ohne Probleme. Nehmen Sie deshalb eine genügend große Menge Ihrer Medikamente mit in den Urlaub. Am besten transportieren Sie diese wie oben erwähnt im Handgepäck, damit Sie diese auf jeden Fall griffbereit haben, falls die Fluggesellschaft Ihren Koffer verlieren oder später liefern sollte. Auch ein Notfallmedikament gehört in Ihr Handgepäck!
Sollten Sie doch in die Lage kommen, sich Medikamente im Ausland organisieren zu müssen, notieren Sie sich dazu am besten zuhause die Wirkstoffnamen und -mengeninhalt Ihrer Medikamente. Sie finden diese auf dem Beipackzettel. Die Handelsnamen sind nicht in allen Ländern gleich.
Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen auf Wunsch eine Reiseapotheke zusammenstellen, die auf Ihre Asthmamedikation abgestimmt ist und die Mittel gegen Durchfall, Fieber, Erbrechen und Schmerzen enthalten sollte.